Am Sonnabend, 10. Oktober 2026 führten Aktive der Geschichtswerkstatt eine Gruppe von 18 Personen zum letzten Mal in diesem Jahr durch den alten, unter Milieuschutz stehenden Dorfkern Neugrabens in den Straßen Im Neugrabener Dorf, Dierksstegel und in der Francoper Straße.
Das Wetter fiel besser aus als erwartet, und von einem kurzen Regenschauer ließen sich die Teilnehmenden nicht abschrecken. Nach einigen Stationen entlang der genannten Straßen und gut zweieinhalb Stunden im recht windigen, aber auch sonnigen Herbstwetter verabschiedeten wir uns auf "Lütt Thiemanns Hoff", der Hofstelle des ersten Siedlers Gödeke Tiedemann im später Neugraben genannten Dorf.
Bei dem Rundgang kam auch zur Sprache, vor welchen finanziellen Schwierigkeiten die aktuellen Eigentümer der zu einem großen Teil unter Denkmalschutz stehenden Gebäude stehen, wenn es um die Erhaltung der Bausubstanz geht. So wird die kostspielige Neueindeckung mit Reet nur zu etwa einem Drittel von der Denkmalschutzbehörde bezuschusst.
Der Dorfkern Neugraben steht seit 1990 zusätzlich unter Milieuschutz, d. h., dass auch Freiflächen, alter Baumbestand, Einfriedungen und noch erhaltenes Kopfsteinpflaster unter Schutz stehen und keine zusätzlichen Gebäude errichtet werden dürfen.
Für 2027 planen wir weitere Rundgänge für offene und geschlossene Gruppen und geben dies rechtzeitig hier und über die lokale Presse bekannt.

Am alten Backhaus auf dem Gelände von "Maakens Hoff", dem Hof der Familie Hauschild (Foto: KE am 10.10.2026).
Vom 22. August bis 22. November 2026 zeigt das Freilichtmuseum am Kiekeberg die Sonderausstellung "Trugbild Heimat? NS-Kulturschaffende nach 1945", an der die Geschichtswerkstatt Süderelbe mitgearbeitet hat. Bilder, Dokumente und eine Medienstation zeigen, wie der Maler Heinrich Ludwig Meyer ("HELM") und der Heimatforscher Wilhelm Marquardt trotz ihrer NS-Vergangenheit nach 1945 gesellschaftliche und kulturelle Anerkennung fanden. Die Ausstellung lädt dazu ein, den Umgang mit der regionalen Vergangenheit und den Nachwirkungen des Nationalsozialismus zu hinterfragen. Aus Anlass der Ausstellung ist Themenheft 4 der Geschichtswerkstatt Süderelbe unter dem Titel "Blut, Boden und Leinwand. Heinrich Ludwig Meyer zwischen Kunst und Nationalsozialismus" erschienen, das im Kulturhaus Süderelbe, in der Geschichtswerkstatt und im Kiekeberg-Museum zu erwerben ist.
Unter https://www.kiekeberg-museum.de/de/ausstellungen/trugbild_heimat erfahren Sie Näheres zur Ausstellung am Kiekeberg.


Am Sonntag, dem 13. September, beteiligt sich die Geschichtswerkstatt Süderelbe wieder am Stadtteilkulturfest Neugraben Erleben. Von 11:00 bis 17:00 Uhr sind wir am Stand des Kulturhauses Süderelbe vor Ort.
Informieren Sie sich über unsere aktuellen Veranstaltungen und stöbern Sie in alten und neuen Publikationen.

Unsere Sommerpause endet am 31. August. Im September haben wir am Freitag, dem 4. und dem 18. September geöffnet.
Die Geschichtswerkstatt Süderelbe ist jeweils am 1. und 3. Freitag eines Monats nachmittags von 15:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Bitte kontaktieren Sie uns gern per E-Mail (oder über das Kontaktformular). Es empfiehlt sich, dies in jedem Fall vor einem Besuch zu tun, damit wir Ihr Anliegen kennen und möglichst eine Person mit entsprechendem Hintergrundwissen zur Verfügung stehen kann.
Vor 85 Jahren, am 17. April 1941, starb Rudolf Fritz Krukenbaum auf der Krankenstation des Konzentrationslagers Sachsenhausen.
Vor fünf Jahren fand zum 80. Jahrestag seiner Ermordung ein Gedenken an dem für ihn verlegten Stolperstein vor der St. Gertrud Kirche Altenwerder statt:

Vertreter:innen der Initiative Gedenken in Harburg, der Geschichtswerkstatt Süderelbe und der Thomasgemeinde Hausbruch-Neuwiedenthal-Altenwerder nahmen teil. Aufgrund der Auflagen wegen der Covid-19-Pandemie fand das Gedenken in kleinem Kreis statt.
Mehr zu Rudolf Krukenbaums Schicksal lesen Sie hier.

Nach der Eröffnung dieser Wanderausstellung der Hamburger Geschichtswerkstätten im August 2025 in den Räumen der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg am Hühnerposten macht diese nun Station in Süderelbe.
Mit der Frage "Angekommen? Migrationsgeschichte(n) in Hamburg" beleuchtet die Ausstellung Orte des Ankommens und Bleibens von Menschen mit unterschiedlichsten Herkünften und Beweggründen.
Am Donnerstag, 19. Februar 2026 um 18:30 Uhr eröffnet sie im Foyer des Kulturhauses Süderelbe mit einem kleinen Empfang. Dazu laden wir auch seitens der Geschichtswerkstatt Süderelbe herzlich ein!
Ab dem 19. Februar wird die Ausstellung dann noch bis einschließlich 17. April 2026 zu den üblichen Öffnungszeiten im Kulturhaus zu sehen sein.

Wir laden zu unserem ersten Themenabend im Jahr 2026 ein: Ukrainische Displaced Persons in Hamburg und Süderelbe nach 1945.
Der Themenabend findet am Donnerstag, dem 12. Februar im JoLa-Stadtteilraum im BGZ Süderelbe, Am Johannisland 2, statt. Näheres finden Sie in unserer Rubrik "Veranstaltungen".
Der Referent des Abends, Dr. Jan-Hinnerk Antons, Professor an der Universität Greifswald, beschäftigt sich bereits seit gut 20 Jahren mit dem Themenkomplex der ukrainischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Sie wurden während der deutschen Besetzung ihres Landes im Zweiten Weltkrieg ab 1941 in das Gebiet des deutschen Reichs verschleppt und sahen nach Kriegsende im Mai 1945 einer oft sehr ungewissen Zukunft entgegen.
Referent: Dr. Manfred Brandt
Am Donnerstag, 30. Oktober 2025 um 18:00 Uhr im Planet Harburg, dem ehemaligen Karstadt-Haus - eine Veranstaltung des AMH Archäologisches Museum Hamburg
Dr. Manfred Brandt berichtet über die lange und bewegte Geschichte seines Heimatortes Moorburg, den ständigen Wandel des Dorfes am südlichen Arm der Elbe und über den Kampf um dessen Fortbestehen.
Moorburg ist einer der ältesten Stadtteile Hamburgs. Das Jahr 2025 steht für den einzigartiger Stadtteil im Süden der Hansestadt ganz im Zeichen eines Jubiläums: „650 Jahre Moorburg zu Hamburg“.
Grund genug, im Rahmen eines Vortrags auf die spannende Geschichte des Ortes zu schauen. Die Nähe zur Elbe und die geschützte Lage machten Moorburg einst zu einem idealen Standort für Landwirtschaft und Handel. Im Mittelalter bot Moorburg gleichzeitig einen wichtigen Stützpunkt für den Schutz und die Kontrolle der Elbe: Die Nähe zu Hamburg brachte Wohlstand, aber auch Herausforderungen mit sich, da Moorburg strategisch umkämpft war. Eine Burg, die dem Ort ihren Namen gab, spielte damals eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Handelswege. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann sich Moorburg zu verändern. Moorburg wurde immer stärker in das städtische Gefüge Hamburgs eingebunden, bewahrte aber seinen ländlichen Charakter und seine enge Dorfgemeinschaft.
Besonders in den letzten Jahrzehnten stand Moorburg oft im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne: Industrie und Spülflächen, die verheerende Sturmflut von 1962, Umweltbelastungen und systematische Aufkäufe von Häusern und Höfen durch die Stadt haben Moorburg dramatisch verändert. Der Referent wird in seinem Vortrag nicht nur auf die reiche Geschichte Moorburgs zurückzublicken, sondern auch den Blick in die Zukunft richten.
Ort: Planet Harburg, Herbert-und-Greta-Wehner-Platz, 21073 Hamburg
Am Sonntag, dem 14. September 2025, findet wieder das Stadtteilkulturfest "Neugraben Erleben" statt.
Die Geschichtswerkstatt Süderelbe wird auch in diesem Jahr vor Ort vertreten sein.

An unserem Stand haben Sie die Möglichkeit, sich über unsere Arbeit zu informieren und Bücher - eigene Publikationen bzw. Buchdoubletten aus unserem Bestand - zu erwerben.
2024 stand mit unserer Publikation Der Moorgürtel. Die Neugrabener und Fischbeker Moore zwischen Torfstich, Vogelschutz und Paludikultur das Thema Moor und Moorgürtel im Fokus.
Wir weisen gern auf eine Veranstaltung in Moorburg hin, die ähnlich bereits im Mai 2023 in der Altenwerder St.-Gertrud-Kirche als Kooperation mit u. a. der Geschichtswerkstatt Süderelbe stattfinden konnte (vgl. den Eintrag unter "Veranstaltungen" vom 11. Mai 2023). In diesem Jahr nun - gleichzeitig das Jahr der 650jährigen Zugehörigkeit von Moorburg zu Hamburg - haben auch Nachkommen der beiden Familien den Weg nach Süderelbe gefunden und nehmen an der Würdigung der Geschichte der Köhlbrand-Werft und ihres Gründers teil.
Es gab einmal eine Köhlbrand-Werft

Erinnerung an Familie Berendsohn
Es ist ein weitgehend unbekanntes Kapitel in der jüngeren Geschichte Hamburgs, wie die Köhlbrand-Werft, einst ein erfolgreiches Unternehmen im damaligen Fischerdorf Altenwerder, von Nazis zugrunde gerichtet und dann enteignet wurde. Hanno Billerbeck von der Kirchlichen Gedenkstättenarbeit und der Historiker Herbert Diercks haben diese beschämende Historie aufgearbeitet.
1920 heirateten Paul Theodor und Mabel Violet Berendsohn geb. Rehr. Paul Berendsohn stammte aus einer jüdischen Hamburger Familie und war gelernter Schiffbauer, 1911 zog er nach Moorburg. Mabel Rehr, in Kapstadt geboren, war die Enkelin eines Moorburger Schmiedes. 1921 gründeten sie in Altenwerder auf dem Korbmachersand die Köhlbrandwerft und entwickelten sie zu einem erfolgreichen Unternehmen. Sie schufen dort auch ein Zuhause für ihre große Familie, das eigentlich als dauerhafte Heimat gedacht war. Doch 1933 begannen Schikanen und Ausgrenzungen. Die Werft florierte trotzdem und hatte Rückhalt in Altenwerder. Doch ab 1938 sorgten staatliche Stellen dafür, dass das Vermögen der Familie geraubt wurde. Fast mittellos gelang ihr 1939 die Flucht nach Amerika, zunächst nach Honduras, dann in die USA. Nach Kriegsende kämpfte die Familie viele Jahre um „Wiedergutmachung“. Sie stieß auf starke Widerstände.
Enkelinnen, Enkel und weitere Nachkommen von Paul und Mabel Berendsohn aus den USA, England und Deutschland haben ihre Teilnahme angekündigt.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Programms "DENK MAL AM ORT" der Behörde für Kultur und Medien in Kooperation mit Moorburger Art e.V. statt.
BU: Paul Berendsohn, unten, 2. v.l., 1929, © Privatbesitz
Anreise mit dem HVV:
Buslinie 157 bis zur Haltestelle „Moorburger Elbdeich 273“ (fährt selten) oder:
Haltestelle „Moorburger Kreuzung“ mit Busanbindung nach Neuwiedenthal, Altona und Finkenwerder/Fähre, von dort ca. 1 km Fußweg bis zum Veranstaltungsort
Anreise mit dem Rad:
14 Uhr Treffpunkt am Fähranleger Finkenwerder, gemeinsame Fahrt nach Moorburg
Sonntag, 18. Mai 2025, 15 Uhr · Moorburger Elbdeich 263, 21079 Hamburg.
Der Eintritt ist frei.
Hinweis: Das Hofcafé ist ab 12 Uhr geöffnet