
Heinrich Ludwig Meyer war in Süderelbe einst ein sehr bekannter Künstler und Heimatforscher, ist heute aber weitgehend in Vergessenheit geraten. Seine Bilder hängen nicht in namhaften Kultureinrichtungen und seine heimatkundlichen Beiträge schlummern in älteren Publikationen, die für heutige Fragen der Regionalgeschichte kaum noch relevant sind. Sein Lebensweg zeigt jedoch Kontinuitäten vom Kaiserreich zur Weimarer Republik und von der NS-Zeit zur Bundesrepublik Deutschland auf. Das schärft den Blick für heutige Bestrebungen, daran wieder anzuknüpfen.
Zeit seines Lebens sammelte Heinrich Ludwig Meyer die eigenen Bilder und Zeichnungen, die nur in wenigen Ausstellungen öffentlich gezeigt wurden. Einige seiner Werke verschenkte oder verkaufte er im Bekanntenkreis. Nach seinem Tod teilten die Erben den umfangreichen Nachlass, von dem ein Teil der Geschichtswerkstatt Süderelbe überlassen wurde.
Sedan, 1918 [Text unter den Bildern: Erinnerungen an Sedan, wohin ich von der Marnefront zur dringend notwendigen Kieferbehandlung überwisen wurde. Zur Entspannung zeichnete ich: Oben die Zitadelle, Mitte u. unten "Villa Epinette". Fern hörte man Trommelfeuer! Nach einem Monat, Ende Juli 1918, wurde ich nach Erfurt ins Lazarett verlegt (mit Ischias, die mich bis 1947 plagte). Heinrich Ludwig Meyer HELM Neugraben]; Archiv der Geschichtswerkstatt Süderelbe, F-100 Meyer, Heinrich Ludwig
Die erste Seite (obere Hälfte) von Meyers 15-seitigen Schreiben, mit dem er Wilhelm Kuhrs bei der Gestapo denunzierte. Überschrift: Ein Charakterbild des Lehrers Wilhelm Kuhrs oder "Ein weißer Jude"; Niedersächsisches Landesarchiv Hannover, Signatur NLA HA 120 Lüneburg Acc. 122/96 Nr. 81/02 Beiakte IV, Dienststrafakte Blatt 117 – 131